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Thema: Burn-out

Burn-out: Symptome, Ursachen, Therapie

Erschöpft, ausgebrannt, gestresst – ist das noch normal oder bereits ein Burn-out? Unser kleiner Test liefert erste Hinweise. Mehr über Ursachen, Anzeichen und Therapien des Burn-out
aktualisiert am 13.07.2017

Burn-out: Die innere Flamme erloschen, ausgebrannt

Panthermedia/Hans Joachim Bechheim

Burn-out – kurz zusammengefasst

Für "Burn-out" gibt es keine einheitliche Definition. Meistens wird damit ein Zustand starker emotionaler und körperlicher Erschöpfung durch chronische Überforderung oder auch anhaltende Kränkungen im Beruf bezeichnet. Prävention und Therapie zielen darauf ab, die Strategien der Betroffenen im Umgang mit solchen Belastungen zu verbessern und Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen.

Der Begriff "burn out" kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "ausbrennen". Ausgebrannt, überfordert, erschöpft – so fühlte sich der Psychotherapeut Herbert Freudenberger im New York der 70er Jahre, nachdem er lange Zeit über seine Kräfte gearbeitet hatte. Bis zu einem Punkt, an dem plötzlich nichts mehr ging. Freudenberger schrieb über seine Erfahrung, sein Ausgebranntsein, und prägte auf diese Weise den Begriff.

Burn-out ist keine medizinische Diagnose

Burn-out – was genau ist das? Die Antwort auf diese Frage spaltet die Fachwelt. Zunächst einmal ist "Burn-out" ein prägnanter Begriff. Menschen, die sich in unserer Leistungsgesellschaft überlastet und chronisch körperlich und emotional erschöpft fühlen, können sich mit diesem Begriff unmittelbar identifizieren. Burn-out ist keine medizinische Diagnose. Es gibt auch keine eindeutigen, eine solche Krankhkeit beweisenden Krankheitszeichen. Insofern ist der Begriff Burn-out-Syndrom irreführend.

Manche Symptome überschneiden sich mit den Beschwerden einer Depression – zum Beispiel Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, Müdigkeit, das Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. Manche Experten vermuten daher, dass es vielleicht keine scharfe Trennlinie zwischen den beiden Leiden gibt. Es ist nicht zuletzt eine Frage der Perspektive: Wer sich betroffen fühlt definiert selbst, ob er seinen Zustand "ausgebrannt" oder "Burn-out" nennt. Von außen betrachtet, anhand medizinischer Kriterien, erfüllt aktuell etwa jeder sechste Mensch, der sich "ausgebrannt" fühlt, die Kriterien einer Depression.  

Ursprünglich galt Burn-out als spezifische Problematik helfender Berufe. Ausbrennen konnten demnach zum Beispiel nur Krankenschwestern oder Lehrer, die sich in ihrem Job für ihre Mitmenschen verausgaben. Es zeigte sich jedoch, dass Burn-out-Beschwerden in jedem Beruf und auch ohne erkennbaren äußeren Arbeitsstress entstehen können.

Symptome: Welche Anzeichen deuten auf Burn-out hin?

Die Beschwerden, die mit Burn-out-Erleben einhergehen, können individuell verschieden sein. Eine klare Definition von Burn-out anhand von Symptomen ist nicht möglich. Für Betroffene ist in der Regel auch weniger die Symptomatik als die vermutete Ursache entscheidend, etwa: Ich fühle mich ausgebrannt, weil... ich im Beruf zu viel Stress hatte. Folgende Symptome werden oft im Rahmen von Burn-out-Konstellationen erlebt:

  • Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung: Die Betroffenen haben den Eindruck, dass sie ihre täglichen Aufgaben nicht mehr bewältigen können, fühlen sich überfordert und müde. Sie haben das Bedürfnis nach immer mehr Ruhepausen. Doch die Erholung hält nicht mehr so lange an wie gewohnt. Vielen fällt es immer schwerer, nach der Arbeit "abzuschalten".
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit: Die Arbeit gelingt nicht mehr. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und Nervosität. Entscheidungen fallen schwer. Fehler passieren. Die erhofften Erfolgserlebnisse bleiben aus. Oft versuchen die Betroffenen dann, umso intensiver zu arbeiten, um gegenzusteuern – was ihnen noch mehr Kraft raubt. Ängste können entstehen. Die emotionale Belastbarkeit nimmt ab.
  • Rückzug: Viele Burn-out-Betroffene igeln sich immer mehr ein. Sie geben Hobbies auf und vernachlässigen Partner und Freundeskreis.
  • Innere Leere, Sinnverlust: Die Freude am Alltag geht immer mehr verloren. Nichts macht mehr Spaß, alles ist anstrengend. Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit machen sich breit. An die Stelle der ursprünglichen Begeisterungsfähigkeit tritt Zynismus, schließlich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Auch körperliche Symptome können sich bei Burn-out einstellen, für die der Arzt keine organische Ursache findet – sogenannte psychosomatische Beschwerden. Zum Beispiel Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Rückenschmerzen.

Die US-amerikanische Psychologin Christina Maslach entwickelte Ende des vergangenen Jahrhunderts das Maslach Burnout Inventory (MBI), den bis heute am häufigsten verwendeten Fragebogen auf diesem Gebiet. Als Hauptmerkmale des Burn-out definierte sie dabei emotionale Erschöpfung, Gleichgültigkeit und Zynismus (sogenannte Depersonalisation) sowie verringerte Leistungsfähigkeit.

Oftmals wurde vermutet, dass sich Burn-out quasi gesetzmäßig in verschiedenen aufeinander folgenden Phasen entwickelt, vom Idealismus zu depressions-ähnlichen Zuständen. Wissenschaftlich ist dies nicht belegt.

Test: Bin ich Burn-out-gefährdet?

Wichtig: Der folgende Test kann lediglich Hinweise geben, ob Sie womöglich unter hoher Belastung stehen und sich tendenziell zusätzlich unter Druck setzen. Er ersetzt keine ärztliche beziehungsweise therapeutische Untersuchung. Ihre tatsächliche Situation, einschließlich der Frage ob und wenn ja welche Form der Behandlung angebracht ist, kann nur in einem solchen Rahmen angemessen geklärt werden. Der Fragenkatalog wurde von Professor Andreas Hillert zusammengestellt.

Welche Aussagen treffen auf Sie zu?

1. Ich erwarte von mir höhere Leistungen bei meinen täglichen Aufgaben, als die meisten anderen Menschen von sich verlangen.

2. Wenn ich bei meiner Arbeit versage, dann bin ich als Mensch an sich ein Versager.

3. Für mich ist es sehr wichtig, dass mich andere Menschen mögen.

4. Wenn Dinge schief gehen, mache ich üblicherweise mich selber dafür verantwortlich.

5. Kollegen um Unterstützung zu bitten, ist ein Zeichen von Schwäche.

6. Ich vermeide es, Risiken einzugehen, wann immer es möglich ist.

7. Ich habe genug Probleme im Leben gehabt und habe es verdient, keine neuen mehr zu bekommen.

8. Ich investiere mehr Energie in meinen Beruf, als ich dafür als Gegenleistung – sei es in Form von Geld, sei es in Form von Anerkennung – erhalte.

Wenn Sie einer oder mehreren Aussagen zugestimmt haben, muss das noch nicht heißen, dass Sie ausgebrannt sind. Insbesondere dann nicht, wenn Sie sich in Ihrem Leben, beruflich wie privat, wohl fühlen.

Nachdenklich sollte es Sie aber machen, wenn Sie sich in einer beruflichen Situation befinden, die Sie als sehr bedrückend empfinden, und wenn Ihre Stimmung und Ihr Schlaf beeinträchtigt sind. Oder auch, wenn Ihre Konzentrationsfähigkeit in der letzten Zeit gelitten hat, Sie nur noch widerwillig ins Büro gehen oder am Wochenende viel an Ihre Arbeit denken.

Sie leiden unter Ihrer derzeitigen Lebenssituation und schaffen es nicht, etwas zu ändern? Auch nicht durch die Unterstützung von Freunden, die Ihnen vermutlich bereits mehrfach geraten haben, "einen Gang zurück zu schalten"? Dann sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen. Erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Er kann bei Bedarf an einen Psychotherapeuten überweisen.

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Thomas Müller (Name von der Redaktion geändert) ist Bankkaufmann – und wurde mit dem Druck im Job irgendwann nicht mehr fertig: "Das ist ein Teufelskreis. Irgendwann bin ich dann zum Arzt gegangen und habe gesagt 'Ich kann nicht mehr'. Ich war wirklich fertig." Im Video schildert er seine Erfahrungen in der Therapie.

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Ursachen: Wie entsteht ein Burn-out?

In Burn-out-Konstellationen kann man auf unterschiedliche Art und Weise geraten. In aller Regel wirken sowohl situative (zum Beispiel "Druck und/oder mangelnde Anerkennung im Beruf") und persönliche Faktoren (zum Beispiel sich angemessen abzugrenzen und eigene Ressourcen wie private Kontakte und Interessen zu pflegen) zusammen. Einerseits erkranken Personen, die sich stark für eine Sache engagieren, die eine große Portion Idealismus mitbringen – andererseits aber auch Menschen, die sich mitunter von Anfang an einer Aufgabe oder einem Beruf nicht gewachsen gefühlt haben. Faktoren im Arbeitsleben, die die Wahrscheinlichkeit von Burn-out-Konstellationen erhöhen sind:

  • unerfüllbare Vorgaben
  • unklare Erfolgskriterien
  • große Verantwortung unter Zeitdruck
  • langweilige Routinen
  • mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten
  • ständige Unterbrechungen des Arbeitsablaufes
  • schlechtes Betriebsklima, Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen
  • Angst um den Arbeitsplatz

In einer Zeit der Globalisierung und Wirtschaftskrise erleben viele Menschen Verunsicherung und einen Verlust an Sicherheit sowohl im beruflichen wie im privaten Bereich. Das Gefühl einer letztlich nicht zu bewältigenden Arbeitsbelastung – übermäßiger Stress – und fehlende Perspektiven können ein Risiko für Burn-out darstellen.

Es gibt Burn-out jedoch genauso bei Menschen, die keinen oder nur wenig erkennbaren Arbeitsstress haben. Und längst nicht jeder, der im Beruf unter größtem Druck steht, endet automatisch in der totalen Erschöpfung. Viele lieben Herausforderungen und fühlen sich gut dabei.

Oft sind Aspekte in der Persönlichkeit der Betroffenen entscheidend: Es trifft oft Menschen, die einerseits hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellen, die alles perfekt erledigen wollen, gleichzeitig aber ein schwaches Selbstwertgefühl haben und Konflikten lieber aus dem Weg gehen. Mit Kränkungen, Enttäuschungen oder Frust können sie nicht gut umgehen, ihnen fehlen Bewältigungsstrategien. Zudem haben Betroffene oft das Gefühl, sich stark zu verausgaben, ohne entsprechende Gegenleistungen zu erhalten.

Auch private Rückschläge können Burn-out begünstigen – insbesondere, wenn die Unterstützung durch Partner, Freunde und Familie fehlt.

Burn-out? Das Gespräch zwischen Fachmann und Patient liefert Hinweise

dpa Picture-Alliance GmbH/Eric Audras

Burn-out: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Es gibt keinen Test, mit dem sich Burn-out – quasi als eine Art der Erkrankung – diagnostizieren ließe. Grundlage ist stets das Gespräch zwischen Arzt beziehungsweise Therapeut und Patient.

Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf Burn-out ist häufig der Hausarzt. Er kann bei Bedarf zum Spezialisten überweisen, üblicherweise einen Psychiater, einen Psychotherapeuten oder Psychologen.

Zunächst wird sich der Fachmann nach den Beschwerden des Patienten erkundigen. Verschiedene standardisierte Fragebögen, die oft auf dem Maslach Burnout Inventory (MBI) basieren, helfen, die Beschwerden genauer einzuordnen. Entscheidend ist, ob der Zustand die Kriterien einer psychischen Erkrankung, zumeist einer Depression, erfüllt. Sie müsste dann spezifisch behandelt werden (siehe Abschnitt Therapie).

Wichtig ist, dass der Arzt körperliche Ursachen ausschließt, die für Symptome wie ständige Müdigkeit verantwortlich sein könnten – zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, chronische Infektionen oder eine Tumorerkrankung. Auch körperliche Beschwerden müssen untersucht und organische Ursachen ausgeschlossen werden. Je nach individuellem Fall können hier verschiedene Diagnosemethoden zum Einsatz kommen, zum Beispiel Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen.

Die Abgrenzung zu psychischen Krankheiten ist nicht trennscharf möglich. Burn-out ist quasi die Sicht des Betroffenen (zum Beispiel "weil ich zu viel Stress hatte, bin ich ausgebrannt"), während Ärzte und Therapeuten die Symptomatik von außen sehen: Sind die Kriterien beispielsweise einer Depression erfüllt, die unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation in einem verbindlichen Diagnosemanual zusammengestellt wurden?

Manchem Betroffenen mag es leichter fallen, die Diagnose Burn-out zu akzeptieren als die Diagnose Depression. "Ausbrennen" klingt in den Ohren vieler Menschen ein wenig heldenhaft, nach übermenschlichem Einsatz und Aufopferung. Bei "Depression" klingen oft negative Vorstellungen mit – wie Passivität und Rückzug. Es ist jedoch wichtig, sich nicht von solchen Vorurteilen leiten zu lassen.

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Therapie: Welche Behandlung hilft bei einem Burn-out?

Für Burn-out gibt es keine Standard-Therapie. Die Behandlung muss zum Patienten und seiner Lebenssituation passen. In leichten Fällen ist mit Stressbewältigung, Zeitmanagement, Entspannungstechniken und der Klärung eigener Ziele oft schon viel zu erreichen:

  • Erwartungen überprüfen: Es kann helfen, die eigenen Motivationsgründe genauer unter die Lupe zu nehmen – und unrealistische Erwartungen aufzugeben. Statt zu sagen "das schaffe ich ja doch nie", sollten Burn-out-Betroffene unter Anleitung üben, erreichbare Ziele zu definieren und sich selbst darin zu bestärken.
  • Arbeitssituation verändern: Möglicherweise lässt sich im Job doch das eine oder andere verbessern. Vielleicht hilft es, sich intensiver mit den Kollegen auszutauschen. Manche Aufgaben sind eventuell im Team zu lösen oder können abgegeben werden. Eine Weiterbildung sorgt manchmal für neue Motivation. Je nach Fall ist auch der Wechsel in einen neuen Aufgabenbereich denkbar. Allerdings bietet die Arbeitsmarktsituation hier nicht immer Spielräume. 
  • Stress-Bewältingungsstrategien verbessern: Wie kann ich souverän mit Konflikten umgehen, wie mich angemessen abgrenzen? Oft sind es eigene Muster, die den erlebten Stress zusätzlich hochtreiben, etwa: "Mache keine Fehler, sonst bist du ein Versager", "andere müssen mich mögen", "Scheue Unsicherheit und Risiko"… Im Rahmen von Coaching und Therapie lassen sich solche Muster "entschärfen" und alternative Strategien einüben.
  • Pausen einplanen: Menschen, die sich ausgebrannt fühlen, sollten für regelmäßige Erholungspausen sorgen – ausreichend Freizeit am besten fest in den Terminplan einbauen. Auch zwischendurch kann man sich immer wieder einmal für ein paar Minuten mit schönen Dingen ablenken – mit Musik, Fotos von Familie oder Freunden, oder einfach dem Blick ins Grüne. Entspannungstechniken helfen, Stress abzubauen, beispielsweise autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation.
  • Soziales Netz stärken: Partner, Freunde oder Familie können Rückhalt geben.
  • Gesund leben: Wer auf eine ausgewogene Ernährung und feste Schlafenszeiten achtet, und sich regelmäßig bewegt, stärkt den Körper und das eigene Wohlbefinden.

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Psychotherapie bei Burn-out-Konstellationen

Psychotherapie, insbesondere auch Verhaltenstherapie, hat sich bei anhaltendem beruflichen Stress und Burn-out-Konstellationen als hilfreich erwiesen. Die Behandlung kann ambulant, oder falls nötig auch in einer Klinik stattfinden.

Ziel ist es, günstigere Strategien im Umgang mit den aktuellen Belastungen zu erlernen, das Selbstbewusstsein zu stärken und realistische Perspektiven zu finden. Patienten lernen zum Beispiel, ihre Gefühle deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken. Sie trainieren, sich gegen Druck von außen zu besser behaupten. Sie üben Konflikt- und Stressbewältigung. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, zum Beispiel im Rahmen einer Gruppentherapie.

Letztlich geht es darum, eigene Verhaltensweisen, die zur Überlastung und Überforderung beigetragen haben, zu verändern. Betroffene müssen sich dabei allerdings klar machen, dass ihr Verhalten auch scheinbare Vorteile für sie hatte. Auf diese müssen sie zunächst verzichten.

Zwei Beispiele:

  • Wer sich stets akribisch auf eine Arbeit vorbereitet hat, wird sich bei weniger ausführlicher Vorbereitung erst einmal unsicher fühlen.
  • Wer bislang Konflikten mit Vorgesetzen aus dem Weg gegangen ist, muss diese Konflikte austragen, die Spannung aushalten und eine akzeptable Lösung finden – bis er schließlich in den Genuss seiner veränderten Strategien kommt.

Wer bewussst auf die Vorteile seiner bisherigen Muster verzichtet, wird anfangs mit erhöhter Anspannung und einer Zunahme von Beschwerden rechnen müssen. Langfristig sinnvolle Veränderungen tun kurzfristig oft weh. Deshalb fallen den meisten Mnschen Veränderungen schwer.

Wenn sich ausgebrannt fühlende Menschen die Kriterien einer Depression erfüllen, dann ist es ihnen oft nicht mehr möglich, ihre Probleme eigeninitiativ und hinreichend konstruktiv zu bearbeiten. Dann steht eine therapeutische Behandlung der Depression im Vordergrund. In schweren Fällen kann der Arzt eventuell auch Medikamente verschreiben – sogenannte Antidepressiva, zum Beispiel aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Diese Medikamente verstärken den Effekt des Botenstoffes Serotonin. Nebenwirkungen kommen vor, wie zum Beispiel Übelkeit, Durchfall, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, verminderte Libido, Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie innere Unruhe und Erregung. Patienten sollten sich zu Wirkung und möglichen Nebenwirkungen ausführlich vom Arzt beraten lassen.

Beratender Experte

Professor Dr. phil. Dr. med. Andreas Hillert, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und psycho-therapeutische Medizin, Dozent für Klassische Archäologie an der katholischen Universität Eichstätt, ist als Chefarzt an der Medizinisch-Psychotherapeutischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee tätig. Arbeits- und Interessenschwerpunkte sind die Interaktion beruflicher Belastungen und psychosomatischer Erkrankungen insbesondere auch im Lehrerberuf. Professor Hilllert ist (Mit-)Autor verschiedener Bücher zum Thema Burn-out, die das Phänomen psychologisch-psychotherapeutisch, sozialwissenschaftlich und historisch beleuchten um vor diesem Hintergrund Perspektiven auf individueller und therapeutischer sowie gesellschaftlicher Ebene zu diskutieren.

Literatur:

Hillert, A.: Burnout – Zeitbombe oder Luftnummer? Persönliche Strategien und betriebliches Gesundheitsmanagement, Schattauer, Stuttgart 2014
 
Koch, S., Lehr, D., Hillert, A.: Burnout und chronischer beruflicher Stress, Hogrefe-Verlag, Göttingen 2015
 
Hillert, A., Koch, S., Lehr, D.: Burnout und chronischer beruflicher Stress. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige, Hogrefe-Verlag, Göttingen 2017

www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de (Abruf 07/2017)

www.gesundheitsinformation.de (Abruf 07/2017)

Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Thieme Verlag, 2013

Herold, G, et al.: Innere Medizin, Köln Gerd Herold 2014

Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2014


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: dpa Picture-Alliance GmbH/Eric Audras, F1online, W&B/Dr. Ulrike Möhle/Philipp Nemenz/W&B, Panthermedia/Hans Joachim Bechheim, Jupiter Images/ Photos.com, W&B/Philipp Nemenz, Thinkstock/iStockphoto, dpa Picture-Alliance / Christian Ender

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